Corona verhindert Limmatschwimmen auch 2021!


(Sw.) – Es hat nicht sollen sein. Wochenlang haben wir gehofft und die Bundesrats-Medienkonferenz von Ende Mai nährte neue Hoffnung. Die Realität ist eine andere: Detailbestimmungen und Richtlinien Dritter verhindern auch 2021 die Durchführung des traditionellen Limmatschwimmens.

Bevor wir auf die Gründe der Absage zu sprechen können, bedanken wir uns bei Regierungsrat Mario Fehr und seinem kantonalen Sportamt-Chef Stefan Schötzau. Lange vor dem vermeintlichen Durchbruch an der Medienkonferenz des Bundesrates vom 26. Mai signalisierten die beiden Herren das starke Interesse des Kantons an einer Durchführung des Limmatschwimmens. Gescheitert ist es am Ende an mehreren Details.

  • Die zuständigen Bewilligungsinstanzen beim Kanton sowie bei der Stadt Zürich kooperierten sehr konstruktiv, konnten uns jedoch nur in Ansätzen die Bedingungen zur Durchführung formulieren. Wir befanden uns auf einem weissen Feld bezüglich Schutzkonzept.
  • Den Startbereich hätten wir für ein einziges Mal komplett umgestalten und möglicherweise absperren müssen. Wie die Teilnehmer danach zum Frauenbad geleitet worden wären, wäre völlig offen gewesen.
  • Das Sportamt der Stadt Zürich befindet sich auch unter Druck der veranstaltungs-unabhängigen Bevölkerung der Stadt Zürich. Unserem Wunsch nach einer Alleinnutzung des Zielortes «Oberer Letten» wurde zurückhaltend begegnet. Denn das Sportamt leidet ebenfalls unter den verfügten Nutzungsbeschränkungen dieser Badi. 
  • Bereits in diesem Gespräch erkannten wir, dass der obere Letten ein echter Knackpunkt darstellte. Der von uns erwogene Verzicht auf einen Kleidertransport wäre zwingend gewesen. Denn aufgrund der aktuellen Nutzungsbeschränkungen hätten wir den Aufenthalt aufgrund der laufend eintreffenden Schwimmer*innen unattraktiv machen müssen. Der geplante Verzicht auf die Ausgabe vom warmem Tee wäre eine Massnahme gewesen. Ausserdem hätten wir die Teilnehmer zum raschen Verlassen des Bades auffordern müssen, um wieder Platz zu schaffen. Sieht so Freude in der Freizeitgestaltung aus?
  • Weiter realisierten wir, dass der Bundesrat und das federführende Bundesamt für Gesundheit nur eine geringe Ahnung von Veranstaltungen haben. Events scheinen Mannschaftssportarten mit Publikum, Konzerte/Open-Airs oder Fach- und Publikumsmessen zu sein. Veranstaltungen wie das Limmatschwimmen ohne eigentliche Sitz- oder Stehplätze fallen offenbar unter dem Radar durch.
  • Fakt ist, dass theoretisch ab dem 1. Juli wieder Anlässe mit bis zu 5'000 Teilnehmer stattfinden können, bei Stehplätzen max. 3'000 Personen bei halber Kapazität, mit Sitzplätzen max. 5'000 Personen bei 2/3-Belegung. Worunter fällt das Limmatschwimmen mit einer Kapazität von 4'500 über 4,5 Stunden? Niemand konnte es uns sagen.
  • Wann ist eine Maskenpflicht nötig, wann ein Covid-Zertifikat? Völlig unbekannt. Als ehrenamtliche tätige Organisation ohne vollamtliche Geschäftsführung sehen wir uns ausser Stande, diese Bedingungen in unserer Freizeit zu erfüllen.
  • Die Kontrolle eines Covid-Passes ist nicht gratis, ein Negativ-Test schon gar nicht. Jemand muss dafür bezahlen. Angesichts der eher geringen Teilnehmergebühr des Limmatschwimmens würden diese Kosten den Ticket-Preis massiv verteuern.

Wir als Organisation wollen diese Abgrenzung von genesenen, geimpften und getesteten Personen von einfach «nur» gesunden Menschen nicht vornehmen und wählten den Akt der Vernunft. In Absprache mit Hauptsponsor ewz hoffen wir, dass die Pandemie am 20. August 2022 überwunden sein wird, damit wir wieder mit Freude und ohne Schranken einen tollen Anlass für die Zürcher Bevölkerung ermöglichen können.
Danke fürs Verständnis.